{"id":2351,"date":"2022-08-18T10:56:40","date_gmt":"2022-08-18T10:56:40","guid":{"rendered":"https:\/\/klaipedatravel.lt\/2022\/08\/18\/zukunft-geht-durch-den-magen-kulinarisches-klaipeda\/"},"modified":"2022-08-18T10:56:40","modified_gmt":"2022-08-18T10:56:40","slug":"zukunft-geht-durch-den-magen-kulinarisches-klaipeda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/klaipedatravel.lt\/de\/zukunft-geht-durch-den-magen-kulinarisches-klaipeda\/","title":{"rendered":"Zukunft geht durch den Magen \u2013 Kulinarisches Klaip\u0117da"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content clearfix\">\n<p><strong>Litauen steht bislang selten auf der Speisekarte von Food-Touristen. Das k\u00f6nnte sich bald \u00e4ndern: In den baltischen Staaten w\u00e4chst eine neue Generation von Gastronomen heran, die den Spagat zwischen traditionellen Gerichten und modernen Trends wagt. Eine kulinarische Reise durch den K\u00fcstenort\u00a0<a href=\"https:\/\/www.nordisch.info\/litauen\/ein-besuch-in-klaipeda-unbekannte-kueste\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Klaip\u0117da<\/a>.<\/strong><\/p>\n<p>Es ist ein warmer Sommerabend. Die Garage riecht nach frischem Brot. Die Sonne scheint zwischen den backsteinernen Lagerh\u00e4usern hervor auf den Innenhof der ehemaligen S\u00fc\u00dfwarenfabrik. Litauische, franz\u00f6sische und finnische Nummernschilder zieren die Au\u00dfenwand des Restaurants\u00a0<em>Gara\u017eas<\/em> in der litauischen Hafenstadt Klaip\u0117da. Am Eingang weist die Inhaberin Ramun\u0117 Bru\u017eien\u0117 G\u00e4ste ein.<\/p>\n<h3>\u201eJeden Tag etwas Neues\u201c<\/h3>\n<p>Ramun\u0117s Restaurant \u00f6ffnete erst kurz vor Pandemiebeginn seine T\u00fcren. Mittlerweile ist das Reservierungsbuch des Gara\u017eas regelm\u00e4\u00dfig gut gef\u00fcllt. Wo heutzutage junge und alte Menschen speisen, wurde einst Schokolade produziert. Deutsche Kaufleute gr\u00fcndeten an dieser Stelle 1876 eine S\u00fc\u00dfwarenfabrik, als die Stadt noch Memel hie\u00df und preu\u00dfisch war. Von der Manufaktur blieben nach dem Krieg lediglich die alten Garagen, die dem Restaurant heute seinen Namen geben.\u201eMan sollte jeden Tag etwas Neues lernen\u201c, sagt Ramun\u0117 mit gelassener \u00dcberzeugung. \u201eIch w\u00fcsste nicht, warum das beim Essen nicht auch so sein sollte.\u201c Stolz erz\u00e4hlt sie von der Vision des Restaurants, klassischen litauischen Gerichten eine moderne Note zu geben. Als sie die lokalen Zutaten und das st\u00e4ndig wechselnde Men\u00fc erkl\u00e4rt, leuchten ihre Augen. Besonders angetan habe es ihr der italienische Pinienlik\u00f6r. Schon die erste Duftnote erinnert an einen Spaziergang durch einen sommerlichen Nadelwald.<\/p>\n<p>Der K\u00fcchenchef tritt an den Tisch. Er reicht hausgemachtes dunkles Brot. Das wird er an diesem Abend noch mehrfach tun, denn das Restaurant ist gut besucht und jeder Tisch bekommt von ihm einen kleinen Brotkorb.<\/p>\n<p>Schon bei der Vorspeise wird klar, wie sich die K\u00fcche die Verbindung von Alt und Neu vorstellt: Es gibt Heringstartar, ein klassisches Gericht der litauischen und polnischen K\u00fcche. Dill und Zwiebel sucht man auf dem Teller jedoch vergebens. Stattdessen gibt es s\u00fc\u00dfe Fr\u00fcchte und Kapern\u00e4pfel. Sie bilden ein Gegengewicht zum s\u00e4uerlichen Fisch.<\/p>\n<h3>Litauens traditionelle K\u00fcche: (Noch) kein Traum f\u00fcr Veganer<\/h3>\n<p>Das Gara\u017eas ist nicht das einzige Restaurant in Klaip\u0117da, das Litauens Wurzeln neu entdecken m\u00f6chte. \u00dcberall im Land versuchen sich K\u00fcchenchefs experimentierfreudig.G\u00e4ste, die die bekannten Klassiker der litauischen K\u00fcche suchen, k\u00f6nnen sich in Klaip\u0117das zahlreichen folkloristischen Lokalen durch die regionalen Spezialit\u00e4ten essen. Ein beliebter Anlaufpunkt ist das\u00a0<em>Etnodvaras<\/em>, das auch Filialen in anderen St\u00e4dten des Landes betreibt.<\/p>\n<p>Servicekr\u00e4fte in Trachten bringen die Klassiker der lokalen K\u00fcche: Neulinge sollten ihre kulinarische Tour am besten mit\u00a0<em>\u0160altibar\u0161\u010diai<\/em>\u00a0beginnen. Die kalte Suppe aus Kefir und roter Beete wird mit Kartoffeln serviert und erfrischt besonders im Sommer. Ein Muss bilden auch Bohnen mit Speck (<em>\u017eirniai su spirgu\u010diais<\/em>), die herzhaften Kartoffelpuffer (<em>bulviniai blynai<\/em>) sowie\u00a0<em>Kastinys<\/em>, eine kr\u00e4ftige Butter aus saurer Sahne. Auch Litauens Nationalgericht schlechthin sollten mindestens einmal auf dem Men\u00fc stehen: Die Cepelinai \u2013 mit Fleisch oder Quark gef\u00fcllte Kl\u00f6\u00dfe \u2013 halten lange satt.<\/p>\n<p>Ohnehin isst Litauen traditionell sehr deftig. Selten kommt ein Gericht ohne Fleisch, Kartoffeln oder Milchprodukte aus. Viele Restaurants in Klaip\u0117da bieten zwar vegetarische Gerichte an. F\u00fcr vegan lebende Menschen sieht es aber oft noch d\u00fcrftig aus. Vegane Reisende sollten sich daher dringend vorab \u00fcber Alternativen informieren.<\/p>\n<h3>Essen unter Segeln und unter Sternen<\/h3>\n<p>Wer in besonderem Ambiente essen m\u00f6chte, findet in Klaip\u0117da einzigartige Orte vor. Eines der bekanntesten Restaurants lockt Besucher unter die Segel des st\u00e4dtischen Wahrzeichens, der Meridianas. Das ehemalige sowjetische Segelschulschiff liegt seit den Siebzigern am Ufer des Flusses Dang\u0117 vor Anker. Seitdem werden im Rumpf und an Deck des Restaurantschiffs maritime Gerichte serviert.Heutzutage stammen diese nicht nur aus der Ostsee, sondern auch aus den Weltmeeren, zum Beispiel Austern, Garnelen und Thunfisch.<\/p>\n<p>Echte Spitzenk\u00fcche bietet das Restaurant Monai. 2018 errang es sogar den zweiten Platz aller Restaurants auf dem White Guide, dem wichtigsten Restaurant-Ranking in Nordeuropa. Monai bietet G\u00e4sten eine wechselnde Karte mit Gerichten aus saisonalen Zutaten. Seit seinem durchschlagenden Erfolg ist das Restaurant kein Geheimtipp mehr. F\u00fcr ein Abendessen sollten G\u00e4ste im Vorhinein reservieren.<\/p>\n<p>Besonders in den lauen Sommern\u00e4chten, in denen es kaum dunkel wird, verlagert sich das Nachtleben der Stadt nach drau\u00dfen. Am Ufer der Dang\u0117 liegen zahlreiche Restaurantboote, viele von ihnen bieten Live-Musik. Den besten Ausblick genie\u00dft man vom h\u00f6chsten Geb\u00e4ude der Stadt: Die Skybar liegt im 21. Stock des Amberton-Hotels und serviert Speisen und Cocktails mit einem Blick \u00fcber Klaip\u0117da, das Haff und sogar die kurische Nehrung bis zur Ostsee. Einen besseren Ausblick hat man hier nirgendwo.<\/p>\n<h3>Klaip\u0117da: Litauens Craftbier-Geheimtipp<\/h3>\n<p>Rustikaler geht es wenig entfernt im Industriekomplex Herkus Mantas zu. In eine alte sowjetische Bootswerft sind eine Reihe von Bars und St\u00e4nden eingezogen, die lokale Craftbiere und Street-Food servieren. Aufgrund seiner alternativen Atmosph\u00e4re wird der Komplex von seiner jungen \u00f6rtlichen Kundschaft liebevoll \u201ekleines Berlin\u201c genannt.Dem Ursprung der Craftbiere, die im Herkus Mantas serviert werden, k\u00f6nnen Food-Touristen in Klaip\u0117da selbst auf den Grund gehen. Den Leuchtturm (Lit. \u0160vyturys) auf dem Dach, der dem gr\u00f6\u00dften Braukonzern des Landes seinen Namen gab, sieht man schon von weitem. Schon zu preu\u00dfischen Zeiten wurde hier im Stadtzentrum Bier gebraut. Nach dem Krieg geh\u00f6rte die Brauerei zu den ersten Geb\u00e4uden, die die sowjetischen Besatzer wiedererrichteten.<\/p>\n<p>Heutzutage werden hier vor allem kleinere Chargen besonderer Biere gebraut. Im frisch renovierten Brauhaus kann man sich durch verschiedene Craftbiere probieren, w\u00e4hrend man durch eine Glasscheibe die Brautanks zusehen kann. Die Brauerei bietet auch gef\u00fchrte Touren mit Verkostungen auf Litauisch und Englisch.<\/p>\n<p>Ob im Glas oder auf dem Teller: Die Zeit, in der in Litauen nur westliche Marken und Gerichte als schick galten, scheint vorbei zu sein. Immer st\u00e4rker besinnen sich Produzenten und Gastronomen auf regionale Produkte, landeseigene Traditionen und saisonales Angebot.<\/p>\n<p>Statt die gleichen alten Rezepte herauszuholen, verpassen sie Altbew\u00e4hrtem einen modernen Schliff. Diese Experimentierfreude d\u00fcrfte noch einige s\u00fc\u00dfe Fr\u00fcchte tragen \u2013 die nicht selten mit Hering serviert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Informationsquelle <a href=\"https:\/\/www.nordisch.info\/litauen\/zukunft-geht-durch-den-magen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">nordisch.info<\/a><\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Litauen steht bislang selten auf der Speisekarte von Food-Touristen. Das k\u00f6nnte sich bald \u00e4ndern: In den baltischen Staaten w\u00e4chst eine neue Generation von Gastronomen heran, die den Spagat zwischen traditionellen Gerichten und modernen Trends wagt. Eine kulinarische Reise durch den K\u00fcstenort\u00a0Klaip\u0117da. Es ist ein warmer Sommerabend. Die Garage riecht nach frischem Brot. 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