Ein Theaterstück ist eine innere Reise des Menschen zu sich selbst und eine Begegnung mit seiner tiefsten Dunkelheit. Eine Begegnung mit einer Kraft, die einen in ihren Bann zieht und von der es manchmal sehr schwer, manchmal sogar, so scheint es, unmöglich ist, sich zu lösen. Doch wenn man den Mut aufbringt, ihr ins Auge zu sehen, kann sie erkennbar werden. Dann zeichnen sich in ihr die Umrisse konkreter Gefühle und Emotionen ab, die man bereits benennen, annehmen, loslassen oder einfach zulassen kann. Es mag sein, dass die Dunkelheit nicht verschwindet, doch man kann immer danach suchen, was einem hilft, mit ihr zu leben, was einem hilft, durchzuhalten, was einen vorwärtsbringt, was das Gegengewicht zum Licht sein wird. Sei es Ihr eigener Körper. Ihr eigener wunderbarer, tanzfähiger Körper. Schließlich wird der Wunsch zu leben doch durch den Wunsch zum Handeln bestimmt.
„Durch das Zusammenspiel von Licht, Dunkelheit, Tanz, Wort und Musik erschaffen wir eine Geschichte über das Annähern, die Begegnung mit dem Anderen – der schwer fassbar ist, aber immer ganz nah bei uns“, erklärt Dovilė Binkauskaitė.
„Sich auf sich selbst zu besinnen bedeutet, den gesamten Inhalt des eigenen Herzens zu erkennen … Sowohl das Licht als auch die Dunkelheit. Jeder von uns hat seinen Schatten – das sind unsere Ängste, unser Neid, unser Misstrauen, unser Zorn, unsere Enttäuschung, unser Gefühl der Sinnlosigkeit und unsere Zweifel. Laut C. G. Jung umfasst der Schatten jenen Teil von uns, den wir nicht als Teil unserer selbst anerkennen, mit dem wir uns nicht identifizieren und den wir nicht weiterentwickeln; wir schieben ihn von uns weg und lassen ihn dadurch umso stärker wachsen. Doch der Schatten ist ebenfalls ein Teil von uns. Es ist wichtig, innezuhalten, ihn zu erkennen, anzuerkennen und zu lernen, dem gefundenen Selbst treu zu bleiben. Das ist nicht einfach, aber es ist der erste Schritt zur Befreiung“, bemerkt Gintarė Radvilavičiūtė.
Laufzeit: 50 Min.
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=CDCIUok_YyA