Was sagt Geld über Vertrauen aus? In Klaipėda wird die Ausstellung „Wert schaffen“ eröffnet
Am 18. Juni um 17 Uhr wird im Museum für die Geschichte von Kleinlitauen in Klaipėda die Ausstellung „Wert schaffen. Geld in Ostpreußen und Litauen 1914–1924“ eröffnet. Die vom Geldmuseum der Bank von Litauen und dem Museum für die Geschichte von Kleinlitauen organisierte Ausstellung erzählt von einer Zeit, in der die alte politische Ordnung Europas zusammenbrach, neue Staaten entstanden und Krieg, Geldmangel und Inflation den Alltag der Menschen sowie ihr Verständnis vom Wert des Geldes veränderten.
Die Besucher der Ausstellung können Geld und alternative Zahlungsmittel sehen, die während des Ersten Weltkriegs und in den Nachkriegsjahren in Ostpreußen und Litauen verwendet wurden: Notgeld, Kriegsgeld, Scheine von Kreditkassen und Gutscheine. Diese Zahlungsmittel entstanden als Reaktion auf Geldmangel, Inflation und Geldentwertung, als nach Wegen gesucht werden musste, um sicherzustellen, dass es nicht an Geld – dem „Blut“ der Wirtschaft – mangelte.
„In der Ausstellung erzählen wir nicht nur vom Geld, sondern auch vom Alltag der Menschen in einer schwierigen historischen Zeit. Wenn es an gewöhnlichem Geld mangelt, entstehen provisorische Lösungen, die später zu wichtigen Zeugen der Geschichte werden“, sagt Asta Ravaitytė-Kučinskienė, Leiterin des Geldmuseums der Bank von Litauen.
Laut Dr. Jonas Genys, dem Direktor des Museums für die Geschichte von Kleinlitauen, ermöglicht die Besonderheit der Geschichte der Region Klaipėda – Kleinlitauen, Ostpreußen und das Erbe des Deutschen Reiches – einen Blick auf einzigartige und für die Geschichte Litauens wichtige Themen. Eines davon ist die wirtschaftliche Entwicklung der Region Klaipėda und die Frage des Geldes. Seiner Aussage zufolge ist das Geldmuseum der Bank von Litauen in diesem Bereich ein wichtiger kompetenter Partner, und die Ausstellung zeichnet sich durch Professionalität sowie eine reichhaltige Sammlung von Geld und anderen Zahlungsmitteln aus.
Die in der Ausstellung gezeigten Geldscheine geben Aufschluss über das vom Deutschen Reich geschaffene und in Litauen angewandte Währungssystem, das während der Kriegsjahre in Kraft war. Sie erinnern auch an die Zeit nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit, als in Litauen noch eine Zeit lang deutsches Geld verwendet wurde und beide Länder unter den Folgen der rasanten Inflation litten. Die Besucher sind eingeladen, diese Prozesse aus der Perspektive des Alltags zu betrachten und zu verstehen, wie sich die Menschen an den ständig schwankenden Geldwert angepasst haben.
Ein Teil der Exponate der Ausstellung bezieht sich auf Kleinlitauen und Ostpreußen – eine Region, die für die Geschichte, die Sprache, die Pressetradition und die alltäglichen wirtschaftlichen Beziehungen Litauens von Bedeutung ist. Die Ausstellung präsentiert Exponate aus den Sammlungen des Geldmuseums der Bank von Litauen, des Museums für die Geschichte von Kleinlitauen, des Litauischen Nationalmuseums sowie aus Privatsammlungen.
Die Ausstellung ist vom 18. Juni bis zum 30. August im Museum für die Geschichte von Kleinlitauen, Didžioji Vandens g. 2, in Klaipėda zu sehen.
Die Ausstellung wird vom Geldmuseum der Bank von Litauen und dem Museum für die Geschichte von Kleinlitauen organisiert.
Kurator der Ausstellung: Karolis Tumelis; Koordinatoren: Asta Grušelionienė und Dmitrijus Papariga; Designerin: Inga Varnelė.